24.09.2018 | ArcelorMittal Construction

Über große Spannweiten: Stahl in der Museumsdecke

Die gute alte Zeit wird oft heraufbeschworen. In Bernkastel-Kues, einer Stadt an der Mittelmosel, Rheinland-Pfalz, kann man diese hautnah erleben. Hier, im sogenannten Zylinderhaus, einem Museum für acht Jahrzehnte deutsche Automobil-Geschichte, wird sie wieder lebendig.

Museumsgründer Bernd Benninghoven, automobilaffiner Unternehmer, hat seine Leidenschaft für Oldtimer in dem Museum umgesetzt. Anfangs wurde nur eine Unterbringungsmöglichkeit für Oldtimer gesucht, daraus wuchs dann das Projekt Zylinderhaus.

In dem 2017 neu eröffneten Museum werden aber nicht nur historische Autos gezeigt. Die gesamte damalige Zeit wird durch die Darstellung des Alltags der 1950er Jahre in einer originalgetreu nachempfunden Ladenstraße mit Tankstelle, Apotheke, Kaffeegeschäft und Elektrohandel auferweckt. Auf den 5.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, verteilt auf zwei Ebenen, taucht man in diese vergangene Epoche ein. Die etwa 100 liebevoll restaurierten Fahrzeuge aus mehr als acht Jahrzehnten stehen zum Beispiel vor einem original nachgebildeten „Tante-Emma-Laden“, in der die Apotheke steht die Medizin noch in Fläschchen auf der Theke.

Auch das Gebäude passt sich mit seiner historisch verklinkerten Fassade stilistisch den Exponaten an und gleicht einem alten Getreidespeicher oder einer alten Industriehalle.

Eine besondere Herausforderung beim Bau des Gebäudes war die Deckenkonstruktion. In fünf Meter Höhe sollte bei schon fertiggestellter Gebäudehülle eine Decke eingezogen werden,– schwierig, das in einer konventionellen Bauweise umzusetzen. Ein Lieferant der Firma erinnerte sich daran, dass ein ähnliches Projekt mit ArcelorMittal gelöst werden konnte. Und tatsächlich: Mit Hilfe von Stahl-Walzträgern und dem in Frankreich produzierten Deckenblech COFRAPLUS 220 von ArcelorMittal konnte die großen Spannweiten von fünf Metern zwischen dem Stahlgerüst ohne weitere Unterstützungen installiert und betoniert werden.

Das innovative Produkt für Stahlprofil-Betondecken ermöglicht eine additive Tragwirkung durch die Kombination der Widerstandsfähigkeit von Stahlprofil mit der Festigkeit einer Stahlbetondecke. Außerdem kann damit auch noch nachträglich eine Decke eingezogen werden, da in der Regel kein aufwendiger Kraneinsatz notwendig ist.

Christoph Radermacher, ArcelorMittal Construction, erzählt: „Das Zylinderhaus ist eines der ersten kommerziellen Projekte, bei dem das neue, vielseitig einsetzbare und durch das DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik) in Berlin bauaufsichtlich zugelassene Deckensystem zum Einsatz gekommen ist.“ Insgesamt wurden rund 2.600 m² des Deckensystems auf Basis von organisch beschichtetem Flachstahl mit einer Stärke von 1,25 mm verbaut. Auch beim Boden hat ArcelorMittal mitgemischt – im wahrsten Sinne des Wortes. Durch die Beimischung von Stahlfasern – eine Produktlinie von Wire Solutions in Bissen (L) – in Beton, wird eine höhere Festigkeit des Industriefußbodens erzielt – notwendig, wenn an die 100 Autos sicher stehen sollen.